Fahrradträger richtig beladen: Was Gewicht, Stützlast und Position der Fahrräder wirklich verändern

Fahrradträger richtig beladen

Haben Sie schon einmal einen Fahrradträger fertig beladen und sich anschließend gefragt, warum das Heck des Autos plötzlich ein wenig tiefer steht als sonst? Genau an diesem Punkt schaue ich lieber noch einmal hin, bevor ich losfahre. Denn bei einem Träger auf der Anhängerkupplung entscheidet nicht nur darüber, ob die Fahrräder irgendwie befestigt sind. Gewicht, Stützlast und die Verteilung der Räder beeinflussen ganz direkt, wie ruhig sich das Auto später auf der Straße verhält.

Die Rechnung beginnt nicht beim Gewicht des Fahrrads

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, nur die Fahrräder zusammenzurechnen. Zwei E-Bikes mit jeweils 24 Kilogramm ergeben 48 Kilogramm – klingt zunächst überschaubar. Dazu kommt aber der Träger selbst. Ein solides Modell für zwei oder drei Fahrräder bringt schnell 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage. Aus vermeintlichen 48 Kilogramm werden damit plötzlich deutlich über 60.

Entscheidend ist die zulässige Stützlast des Fahrzeugs beziehungsweise der Anhängerkupplung. Stehen dort beispielsweise 75 kg Stützlast, bedeutet das nicht automatisch, dass 75 Kilogramm Fahrräder transportiert werden dürfen. Der Träger zählt mit. Auch dessen eigene maximale Zuladung darf nicht überschritten werden.

Gerade bei E-Bikes lohnt es sich deshalb, die Zahlen tatsächlich einmal auf Papier zu schreiben. Akkus nehme ich beim Transport ohnehin gerne heraus. Das spart je nach Modell mehrere Kilogramm, verhindert unnötige Belastung und macht das Aufsetzen des Fahrrads deutlich angenehmer.

Warum das schwerste Rad möglichst nah ans Auto gehört

Beim Beladen habe ich mir eine einfache Gewohnheit angewöhnt: Das schwerste Fahrrad kommt auf die Schiene, die dem Fahrzeug am nächsten liegt. Der Grund ist weniger theoretisch, als man zunächst denkt. Je weiter eine schwere Masse hinter dem Fahrzeug sitzt, desto stärker wirkt sie wie ein Hebel.

Das merkt man besonders auf schlechten Landstraßen. Eine Bodenwelle, die ohne Träger kaum auffällt, kann mit zwei schweren Rädern am Heck deutlich mehr Bewegung verursachen. Deshalb verteile ich das Gewicht nicht nach Bequemlichkeit, sondern nach Masse.

  • schwerstes Fahrrad auf die innere Schiene setzen,
  • leichtere Fahrräder weiter außen platzieren,
  • Akkus und lose Taschen möglichst abnehmen,
  • Rahmenhalter und Radschlaufen nach einigen Kilometern nochmals prüfen,
  • darauf achten, dass Lenker oder Pedale nicht gegeneinanderschlagen.

Der letzte Punkt klingt nebensächlich, ist aber auf längeren Strecken erstaunlich wichtig. Ein leicht verdrehter Lenker kann während der Fahrt permanent gegen einen anderen Rahmen drücken. Nach mehreren hundert Kilometern entstehen daraus schnell Scheuerstellen.

Beladung und Geschwindigkeit gehören zusammen

Ein korrekt beladener Träger fährt sich wesentlich ruhiger. Trotzdem bleibt das Fahrzeug länger und hecklastiger als gewohnt. Besonders schnelle Spurwechsel und abrupte Lenkbewegungen fühlen sich deshalb anders an. Wer wissen möchte, welche Geschwindigkeit dabei sinnvoll beziehungsweise zulässig ist, sollte auch die Geschwindigkeit mit einem Fahrradträger berücksichtigen. Beladung und Fahrtempo lassen sich in der Praxis kaum voneinander trennen.

Bei höherem Tempo steigt außerdem die Belastung durch Luftwiderstand. Ein Fahrrad steht quer im Fahrtwind und bietet erstaunlich viel Fläche. Zwei E-Bikes auf einem Heckträger wirken deshalb nicht einfach wie zwei zusätzliche Gepäckstücke. Die Kräfte auf Kupplung, Träger und Befestigungen verändern sich mit der Geschwindigkeit deutlich.

Nach zehn Kilometern mache ich lieber einmal den kurzen Kontrollstopp

Direkt nach dem Beladen wirkt meistens alles bombenfest. Trotzdem kontrolliere ich die Befestigung nach den ersten Kilometern noch einmal. Reifen können sich minimal in den Schienen setzen, Spannbänder geben etwas nach und ein Rahmenhalter lässt sich manchmal noch eine Vierteldrehung nachziehen.

Besonders aufmerksam bin ich, wenn ein Fahrrad einen ungewöhnlichen Rahmen besitzt oder sehr breite Reifen hat. Dann sitzen Standardhalter nicht immer so selbstverständlich wie bei einem klassischen Trekkingrad. Nichts am Fahrrad sollte sich mit der Hand deutlich bewegen lassen, während der Träger selbst fest auf der Kupplung sitzt.

Ein guter Transport fühlt sich unterwegs unspektakulär an

Das beste Zeichen für eine saubere Beladung ist für mich eine Fahrt, bei der man den Träger nach einigen Kilometern fast vergisst. Kein Klappern, kein sichtbares Wippen im Rückspiegel und kein eigenartiges Verhalten des Autos beim Bremsen. Dafür braucht es keine komplizierte Technik, sondern ein paar Minuten Aufmerksamkeit vor der Abfahrt.

Gerade bei teuren Fahrrädern erscheint mir das sinnvoller, als unterwegs ständig darüber nachzudenken, ob hinten wirklich alles hält. Ein Fahrradträger soll schließlich nicht nur Räder von A nach B bringen. Er sollte so beladen sein, dass Fahrer, Auto und Fahrräder gemeinsam ruhig ankommen.

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